Warum Rotbuchen in Norderstedt weißen Stammanstrich bekommen - Maßnahme am Steindamm/Hans-Friedrich-Dibbern-Straße
Dienstag, 21. April 2026
Norderstedt. Im Bereich Steindamm /Hans-Friedrich-Dibbern-Straße in Norderstedt befinden sich insgesamt sieben Rot-Buchen auf städtischem Grund. Die regelmäßigen Baumkontrollen ergaben für zwei dieser Bäume Zweifel über die Bruchsicherheit. Daraufhin wurde ein externer Sachverständiger mit der eingehenden Untersuchung beauftragt. Diese Untersuchung hatte zum Ergebnis, dass die Bäume nicht verkehrssicher zu erhalten sind. Um die Groß-Höhlungen in den Stämmen zu erhalten, wurden daher die Kronen der zwei Rot-Buchen entfernt. Die Stämme von zwei Nachbar-Bäumen wurden dadurch plötzlich freigestellt und gegenüber der Sonne exponiert. Daher wurden diese Rot-Buchen mit einem weißen Stammanstrich versehen.
Rot-Buchen gehören zu den dünnborkigen, glattrindigen Baumarten. Daher ist die Rinde/Borke besonders empfindlich. Bei ehemals geschützt stehenden und plötzlich freigestellten Buchen kann es in den vormals beschatteten Bereichen an nach Süd/Südwest zeigenden Stammpartien zu einem partiellen Absterben, Aufplatzen und Abblättern der Rinde kommen. Verursacht werden diese als Sonnenbrand bezeichneten Schäden durch eine intensive Sonneneinstrahlung und die damit verbundene starke Erhitzung der Rinde und des darunter befindlichen Kambiums. Werden dabei tieferliegende Rindenzellen sowie das Kambium geschädigt, sterben dort mehr oder weniger große Bereiche ab. Bei großflächigen Schäden besteht die Gefahr, dass holzzerstörende Pilze über die Wunden eindringen und eine Fäule in dem betroffenen Ast beziehungsweise im Stamm verursachen, so dass die Bruchsicherheit beeinträchtigt werden kann.
Zur Vermeidung von Sonnenbrandschäden nach Freistellung können wie jetzt im Bereich Steindamm/Hans-Friedrich-Dibbern-Straße an Stämmen weiße Farbanstriche erfolgen. Der Anstrich verbleibt auf der Rinde. Der Belag vergraut allmählich, wird von Algen bewachsen und reißt durch das Dickenwachstum des Stammes auf. Hierdurch wird der Schutz vor dem Sonnenlicht allmählich geringer und der Baum gewöhnt sich mit der Zeit an die Strahlung.