Sprungziele
Inhalt

gagel (geb. 1952) Straßenbilderschilder (2001)

bedruckte Folie auf Alublech in Alu-C-Profilrahmen; Maße: Verkehrszeichennorm (Z. 437 nach StVO)

Verschiedene Straßen in Norderstedt

Visitenkarte exportieren

Straßenbilderschilder (2001)

Zahlen, Daten, Namen – die Lebenswelt ist von rationalem Denken gezeichnet, vom Versuch die Welt zu systematisch zu ordnen, doch hinter bürokratischen Fakten stehen Individuen. Die Künstlerin gagel schafft mit ihrer Arbeit Straßenbilderschilder ein verbindendes Element für die einst getrennten Stadtviertel Garstedt, Friedrichsgabe, Harksheide und Glashütte, die 1970 zur Stadt Norderstedt zusammengefügt wurden. In Material und Format gleichen die insgesamt 18 Schilder den darüber befindlichen regulären Tafeln. Etwa 200 Portraits von Personen, die zum Zeitpunkt des Entstehens der Arbeit in der jeweiligen Straße ansässig waren, sind darunter angebracht, wodurch ein alternatives Kennzeichnungssystem entsteht. Diese Bilder geben den Straßen ein Gesicht und zeigen die Bewohnenden, die den Ort mit Leben füllen. Gagels Fotografien zeigen unveränderte Abbilder, die eine zeitliche Einordnung vermeiden und zeitlose Gültigkeit beanspruchen. Mit den Konterfeis setzt gagel ein personalisierendes Gegengewicht zu der meist auf historische Personen oder geografische Gegebenheiten verweisenden, behördlich bestimmten Kennzeichnung. Die Arbeit ist ortsspezifische und entspricht dem Ansatz der Kunst im öffentlichen Interesse, der in den 1980/90er Jahren gefordert wurde. Mit ihrem Fokus auf den Menschen und seinem Lebensraum repräsentieren die Straßenbilderschilder diesen sozialen Ansatz. Eines davon findet sich gegenüber des Stadtmuseums, wo auch TRIFORMATION von Ane Königsbaum installiert ist.

Text: Yasmin Schützmann-Birkandan