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Wolfgang Sielaff (geb. 1934) Symbol für Norderstedt (1980)

Carrara-Marmor; H: 100 cm, B: 48 cm, T: 9 cm

Pestalozzistr. 1
Stadtteilbücherei Norderstedt-Friedrichsgabe

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Symbol für Norderstedt (1980)

Eine Marmorinitiale formt den Buchstaben ›N‹ auf einem dunkel gemaserten Sockel. Die rechts abschließende Vertikale erstreckt sich weit über den linken Bogen hinaus und läuft spitz zu, wodurch ein kleines Dach entsteht. Die Oberfläche zeigt unterschiedliche Bearbeitungen mit groben, feinen und glatten Strukturen. Diese Gestaltung des Buchstaben erinnert an die Schrift Prisma, eine Antiqua dekorativ-Schriftart mit parallelen Strichen die 1931 entworfen worden war und Mitte der 1970er neue Beliebtheit erfuhr, vorallem im Design von Postern oder Plattencovern. 10 Jahre zuvor wurden von Robert Indiana plakative Buchstaben oder Zahlen als Plastiken in die amerikanische Pop-Art überführt, z. B. durch sein bekanntes »Ein-Wort-Gedicht« LOVE. Die ›N‹-Majuskel kann als eine typografische Darstellung der Stadtgeschichte gelesen werden: Die vier nebeneinander fließenden Grate symbolisieren die vier zusammengeschlossenen Gemeinden bei der Gründung der Stadt 1970, eine horizontale Kerbe markiert den Einschnitt zu Beginn der gemeinsamen Zukunft, während die Bahnen des Buchstabens enger zusammenwachsen und der Graben kleiner wird. Ähnlich wie durch die den Stadtplan überziehenden Straßenbilderschilder von gagel wird so der Zusammenhang ehemals getrennter Gemeinden thematisiert. Zum Jubiläum 1980 entstanden, wagt sie auch einen subtilen Blick in die Zukunft: Das Spitzdach kann als nach oben gerichteter Pfeil interpretiert werden, als Zeichen des stetigen Aufwärtsstrebens.

Text: Susanne Schwertfeger