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Thomas Behrendt (geb. 1955) Wegmarken (2009)

französischer Schiefer, siebenteilig; Maße variierend

Lütjenmoor/Breslauer Str.
Willy-Brandt-Park

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Wegmarken

Im Norden des Willy-Brandt-Parks stehen 6 Stelen aus französischem Schiefer und bilden ein Halbrund. Ein siebter, größerer Monolith steht nahebei. Das eisenhaltige Gestein erweckt aus der Entfernung den Eindruck von aufgerichteten Holzplanken. Näher betrachtet offenbaren sich die Gesteinszeichnung, ihre glatten Oberflächen und moosigen Stellen. Der Schiefer fügt sich in den Dialog von Natur und Stadtraum. Die Formgebung der Steine als Wegmarken strukturiert den Raum als topografischen Weg und fordern die Betrachtenden zur Kommunikation auf. Sie betont zudem die Bedeutung des Menschen für eine (Selbst-)Verortung und markiert die Rückführung bildhauerischer Kunst in Orientierungsformen.

Der Künstler Thomas Behrendt betrachtet in seinen Werken oft diese Positionierung des Menschen im Raum-Zeit-Gefüge. Wegmarken zeigt Verwandtschaft zur europäischen Naturkunst-Bewegung und Land Art. Im Vergleich zu Joseph Beuys' 7000 Eichen setzen Behrendts Wegmarken Sedimentgestein-Schiefermonolithen auf eine andere Zeitebene. Behrendt reagiert auf den Park und fügt eine zweite Gestaltebene hinzu, während Beuys Baum und Stein selbst platziert. Behrendts Sensibilität für Steine und ihre Oberflächen ist von Ulrich Rückriem geprägt und lässt sich in vielen seiner Arbeiten finden (Atlas, Lebensfluss).

Text: Kathleen Lindner, Hochschule Kiel