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Karlheinz Goedtke (1915-1995) Reitender Knabe (Ponyreiter) (o. J., angekauft 1987)

Bronze; H: 185 cm, L: 165 cm, B: 70 cm

Helgolandstraße

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Reitender Knabe (ponyreiter)/o.Jahr, angekauft 1987

Der Reitende Knabe von Karlheinz Goedtke steht in der Nähe der Sonnenuhr von Alfred Schmidt an der Helgolandstraße. Er blickt mit geneigtem Kopf in die Ferne, die Beine baumeln entspannt an den Flanken des Ponys herab. Er hält es locker in der Mähne, was eine freundschaftliche Verbundenheit statt Dominanz oder Führung signalisiert. Pony und Junge bilden eine formale Einheit, die eine Selbstverständlichkeit des Miteinanders und Natürlichkeit ausstrahlt. Goedtke spielt mit dem Motiv spielerisch auf das Reiterstandbild an, einer wichtigen Repräsentationsform von Herrschenden seit der griechischen Antike. Doch er negiert die Überhöhung und sockelt die Bronze nicht auf und tauscht die symbolische Beherrschung des Tieres gegen einvernehmliches Vertrauen. Der Reitende Knabe zeigt keine Zeichen von Macht oder Befehlsgewalt, sondern präsentiert sich selbstbewusst. Damit lässt der Künstler Tendenzen der Nachkriegskunst für den öffentlichen Raum hinter sich, die bis in die 1960er Jahre hinein strengere Erziehungsideale vermitteln wollte.

Es gibt weitere Variationen des Reitenden Knaben im Oeuvre Goedtkes, bspw. in Lübeck oder Geesthacht. Goedtke schuf während seiner rund 60-jährigen Tätigkeit zahlreiche Mensch-Tier-Figuren, die den öffentlichen Raum in Norddeutschland bevölkern. Seine stilistische Entwicklung von abstrahierten Formen zu naturalistischeren Körpern lässt sich anhand dieser Werke, z. B. auch Balance nachvollziehen.

Text: Susanne Schwertfeger