Janos van Stryk (1933-2001) ohne Titel (Dreiheit) (1976)
Carrara-Marmor; max. H: 255 cm, B: 55 cm, T: 40 cm
Moorbekstraße 15
Lessing-Gymnasium, Schulzentrum Nord
ohne Titel (Dreiheit) (1976)
Die 3 Säulen am Lessing-Gymnasium fügen sich harmonisch zwischen den Laubbäumen ein, mit witterungsbedingten Spuren und moosbewachsenen Stellen, die ihnen einen Baumstamm-Charakter verleihen. Die Skulptur wurde 1976 von Janos van Stryk während des 1. Internationalen Bildhauersymposiums in Norderstedt geschaffen. Im Gegensatz zu geometrischen Werken anderer KünstlerInnen wie Sabine Schumann und Yoshito Fugibe besticht Stryks Werk durch organische Lebendigkeit. Eine Jury erwarb alle 7 Kunstwerke nach Ende der Veranstaltung. Heute sind jedoch aufgrund von Zerfall und Verschmutzung nur noch 5 Skulpturen vorhanden. Stryks Säulen erlauben keine physische Nutzung wie das nahegelegene Werk LuftSchiff von Thomas Behrendt. Die Betrachtenden müssen gedanklich an die Arbeit herangehen. Der Sockel und die unterschiedlich hohen ›Äste‹ suggerieren, dass es sich um einen Anfang endlosen Wachstums handelt. Van Stryk nutzt Auslassungen und Leerräume, die durch sanfte Krümmungen der ›Äste‹ oder explizite Durchbohrungen betont werden. Sein Stil zeigt deutliche Einflüsse von Henry Moore und Barbara Hepworth, Vertreter der organischen Formensuche im 20. Jahrhundert. Der Künstler lebte seit 1956 in London, nachdem er aus Ungarn geflohen war, und studierte am Kingston College of Art. Ab 1968 war Carrara sein Lebens- und Arbeitsort.
Text: Alena Wroblewski