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Hermann Stehr (1937-1993) Windspielobjekt (1979)

Keramik, Stahlbetonkern, Chromnickelstahl; H: 300 cm,

Poppenbütteler Str. 230
Schulzentrum Süd

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Windspielobjekt (1979)

Das Windspielobjekt des Bildhauers Hermann Stehr besteht aus farbigen, keramischen Trommeln, die den Schaft gliedern. Die leicht konischen Zylinder in warmem Gelbton stehen mit ihren blau geränderten Öffnungen aufeinander, was eine bewegte Kontur erzeugt und der ansonsten standhaften Arbeit ein spielerisches Schwanken verleiht. Die Verwendung von Metall in Form von beweglichen Elementen als Abschluss, stellt eine neue Variation im Oeuvre Stehrs dar: Drei Reihen von unterschiedlich langen Löffelformen drehen sich bei Wind gegenläufig. Dieses kinetische Moment setzt das Schwanken des Unterbaus fort und kontrastiert das technisch fokussierte Windbewegte Objekt von Günther Thiersch. Stehr konzentriert sich hier auf das Spiel mit der Schwerkraft, während die Veränderungen der Erscheinung durch Drehung und Lichtwirkung minimal sind. In der Regel lässt sich der Künstler von abstrahierten Formen aus der Natur leiten, die er in ornamenthafte, geometrische Gesamtformen überführt. Dies ist unter anderem auf sein Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg bei Walter Arno zurückzuführen. Beim Windspielobjekt löst er sich weitgehend von vorbildhaften Bildern und figürlicher Darstellung, und türmt konkrete Körper aufeinander.
Ein erheblicher Teil von Stehrs großformatigen Werken gehört zur Kunst am Bau und befindet sich im öffentlichen Raum. Nach seiner Auswanderung nach Mexiko im Jahr 1989 erweiterte er sein Interesse an Farbe und widmete sich der Malerei.

Text: Susanne Schwertfeger