Heinz Knopp (1920-1989) Rehe (1958)
Flacheisen; max. H: 215 cm, max. B: 360 cm
Pestalozzistr. 5
Grundschule Friedrichsgabe an der Außenseite des Werkraumes
Rehe (1958)
Fast unscheinbar sind fünf Rehe von Heinz Knopp an der Außenseite des Werkraums der Grundschule Friedrichsgabe platziert. Die Tiere äsen oder halten mit spitz aufgerichteten Ohren Ausschau nach Gefahren. Ihre Gruppe wird von den etwas größeren Tieren rechts dominiert, die sich mit erhobenen Häuptern und bereiten Hinterläufen nach rechts wenden. Ein kleineres Reh bindet durch die Gruppe zusammen. Zwei übereinander angelegte Tiere bilden den oberen Abschluss. Alle sind durch die Konturlinie aus weißem, stehend verschweißtem Flacheisen definiert und stehen in Kontrast zur roten Ziegelwand. Solche Tierzeichnungen an Außenfassaden sind in den 1950/60er Jahren sowohl an Privathäusern als auch Schulgebäuden immer wieder zu finden, bevor kinetische Arbeiten, wie z. B. das Windbewegte Objekt von Günther Thiersch modern werden. Besonders beliebt waren dabei Rehe, die sich auch aufgrund ihrer Assoziation mit Unschuld und Neugier sowie ihrer emotionalen Niederschwelligkeit für ein naturnah verstandenes, idyllisches Wohnen und den Kontext der Schule besonders eigneten. Sie sind Bestandteil von Märchen und Sagen, ihr Erscheinen markiert ein besonderes Verhältnis zur Natur. Vor allem in der Nachkriegs- und Wirtschafswunderzeit standen solche »konventionelle[n] Bedeutungsträger« für die Entpolitisierung des öffentlichen Lebens. Heinz Knoop, der als Maler ausgebildet wurde, schuf seit den 1960er Jahren auch Skulpturen, die von einer eher kubistischen Formensprache gekennzeichnet sind.
Text: Antonia Josefina Baquero Schroeder / Susanne Schwertfeger