Hans-Joachim Frielinghaus (geb. 1937) Reptilienbrunnen (1997)
Brunnenbecken: Klinker; Fünf Tierfiguren, Bronze; H: um 38 cm
Rathausallee 3
Reptilienbrunnen
Der Reptilienbrunnen von Hans-Joachim Frielinghaus entstand 1997 als Teil des Bahnhofsvorplatzes, der zusammen mit einem Gartenarchitekten konzipiert wurde. In einer marktplatzähnlichen Umgebung sitzen bronzene Tiere – Schnecke, Fisch, Eidechse, Frosch und Schlange – um ein rundes Reservoir, als würden sie kommunizieren. Obwohl sie naturalistisch gestaltet sind, weisen sie individuelle Merkmale und Strukturen auf, die ein Spiel zwischen Natur und Phantasie darstellen. Die Figuren sind nicht nach realistischen Größenverhältnissen gestaltet, sondern sind alle ähnlich groß. Die Plastiken bieten eine einladende und gesellige Szene an einem Wasserloch, während sie gleichzeitig Bezug zur Natur und ihrem Lebensraum herstellen. Diese autonomen Tierplastiken knüpfen an die Tradition des deutschen Bildhauers August Gaul an, der Tiere mit individuellem Charakter darstellte. August Gauls Schwanenkükenbrunnen in Krefeld war ein wichtiger Vorläufer für solche Darstellungen. Der Reptilienbrunnen hingegen ermöglicht eine haptische Kontaktaufnahme zu den Tieren, da er die Besucher Teil der Szene werden lässt, ein Konzept, dass der Künstler auch in der Brunnenanlage der Die Bürger im Park aufgriff. Der Brunnen fügt sich perfekt in den von rotem Klinker dominierten Stadtteil Norderstedts ein. Er schafft einen ansprechenden und harmonischen Treffpunkt in der städtischen Umgebung.
Text: Nadine Waschull