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Carl Schümann (1901-1974) Vertriebenendenkmal des Landesverbandes der vertriebenen Deutschen (um 1960)

Sandstein; H: 190, B: 115 cm

Kirchenplatz
Gemeindezentrum am Falkenberg

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Vertriebenendenkmal des Landesverbandes der vertriebenen Deutschen (um 1960)

Das Vertriebenendenkmal von Carl Schümann drückt Leid, Hunger, Erschöpfung und Angst aus. Es wurde für diejenigen errichtet, die sich während des Zweiten Weltkriegs in Harksheide versammelten, in der Hoffnung auf Zuflucht im Westen. Der plötzliche Bevölkerungsanstieg durch Zuzug der Ausgebombten und Vertriebenen führte 1949 zur Errichtung der neuen Kirche am Falkenberg. Ursprünglich nahe diesem Neubau platziert, wurde das Denkmal 1960 enthüllt. Schümann, der an der Landeskunstschule Hamburg studierte, schuf auch im sakralen Kontext Werke: Einzelne Figuren seines für die Christuskirche in Hamburg-Wandsbek geschaffenen Reliefs mit Kruzifix inspirierten wohl das Vertriebenendenkmal des Landesverbands der vertriebenen Deutschen in Norderstedt.
Die Sandsteinfiguren der Eltern sind seitlich versetzt und tragen winterliche Kleidung, die auf ihre Fluchtumstände verweist. Der Jungen mit Rucksack betont die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Die weichen Rundungen der Silhouetten und reduzierten, kantigen Abstufungen im Vertriebenendenkmal erinnern an Ernst Barlach und Käthe Kollwitz. Schümanns Ästhetik der Expressivität und der äußeren Zurückhaltung wurde insbesondere in Arbeiten für den kirchlichen Rahmen als Zeichen »sanfter Innerlichkeit und stiller Trauer«verstanden. Hier zeigt sich eine gänzlich andere Formensprache als beim nur kurze Zeit später entstandenen Mahnmal für die Opfer des Zweiten Weltkriegs von Karl Schubert.

Text: Paz Andrea Araos Acharan