Alfred Schmidt (1914-2009) Wappenwand (1986/1991)
geschmiedete Bronze; H: 127 cm, B: 345 cm,
Rathausallee 50
Rathaus
Wappenwand (1986/1991)
Die Wappenwand von Alfred Schmidt besteht aus 16 Schmiedearbeiten, die den Wappenschildern der deutschen Bundesländer nachempfunden sind, um den Schriftzug »3. Oktober 1990« gruppiert. Die Wappen sind in gleicher Größe gehalten, auch ihr oberer Abschluss wurde angeglichen. Darüber sind die Namen der Bundesländer platziert. Ihre wirkungsvolle Typografie folgt dem Design der 1980er Jahre.
Die erste Version von Alfred Schmidt von 1986 zitierte den Aufruf zur Wiedervereinigung aus der Präambel des Grundgesetzes und zeigte eine stilisierte Landkarte in den Grenzen von 1937, die Wappen inkludierten demnach ebenfalls die Ostgebiete. Dies wurde spätestens mit der Wiedervereinigung zu einer fragwürdigen Darstellung, denn mit ihr wurden völkerrechtlich die Grenzen Deutschlands in der jetzigen Form anerkannt, und geriet in den Verdacht eines Revisionismus. Schmidt änderte 1991 infolge dieser öffentlichen Diskussion die Wappenwand in die heutige Version um.
Der Künstler ist national und international mit vielen Werken im öffentlichen Raum vertreten. Den Auftrag für die Wappenwand im Rathaus könnte er aufgrund seiner ersten Arbeit für das neu aus verschiedenen Ortsteilen gegründete Norderstedt erhalten haben, die im Zentrum an der Moorbekbrücke das neue Stadtwappen zeigt, ganz in der Nähe des Moorbekpark Mural von MuckONE. Auch die Sonnenuhr und die Gruppe Max und Moritz stammen vom Alfred Schmidt.
Text: Max Mai / Susanne Schwertfeger