Norderstedt bekommt auf einer städtischen Fläche am Falkenhorst einen Totholzgarten
Donnerstag, 13. Februar 2025
Norderstedt. Am Falkenhorst, in Nähe der Falkenbergstraße, entsteht im Auftrag der Stadt Norderstedt ein Totholzgarten. Dieser ist nach dem 2024 angelegten Sandarium am Reiherhagen der zweite Lebensraum, der als Teil der biologischen Vielfalt in Norderstedt gezeigt und erklärt wird. Damit will die Stabsstelle Nachhaltiges Norderstedt gemeinsam mit der Insektenbeauftragten der Stadt sowie den Auszubildenden des Betriebsamtes einen weiteren Beitrag zur Förderung der biologischen Vielfalt leisten. Ziel ist die Sensibilisierung der Norderstedterinnen und Norderstedter und aller Besucherinnen und Besucher der Stadt für den unscheinbaren Lebensraum Totholz.
Die Fläche am Falkenhorst wird mit verschiedenen Totholzelementen gestaltet, die sich in unterschiedlichen Zerfallsstadien befinden. So kann der langjährige Zersetzungsprozess wie im Zeitraffer vermittelt werden. Das Holz ist unbehandelt und wird unter Beachtung von Nachhaltigkeitsaspekten bezogen: Es stammt aus notwendigen Baumfällungen im Stadtgebiet und wird durch anfallendes Schnittgut und Gehölz ergänzt. Aus diesem Grund kann die Fläche erst nach und nach mit weiterem Totholz ausgestattet werden. Ergänzt wird der aufgezeigte Lebensraum um informative Elemente, die zum Teil interaktiv sind. Langfristig soll der Totholzgarten zum Entdecken, Informieren und Verweilen einladen.
Die Versiegelung von Flächen ist eine Ursache für den Verlust von Lebensräumen – strukturreiche, naturnahe Gärten und öffentliche Flächen können daher wichtige Trittsteinbiotope bilden. Sie verbinden mehrere Lebensräume, die sonst für einige Arten unerreichbar wären. Dazu zählen unter anderem Totholzstrukturen, die auch im eigenen Garten angelegt werden können. Ob als dekorative Benjeshecke, als Sitzmöglichkeit oder als einfach gestapelter Reisighaufen – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, das Holz liegen beziehungsweise stehen zu lassen.
Bedeutung von Totholz
Abgebrochene Äste und Stämme oder die Wurzeln gefällter Bäume: In dem, was viele als Abfall oder Unordnung bezeichnen, steckt das pure Leben. Totholz ist ein wertvoller Lebensraum für eine Vielzahl an Tier-, Pilz-, und Pflanzenarten. Besonders Insekten bietet es Nahrung, Nistplätze, Baumaterial und Schutz. Allein 25 Prozent (ca. 1750 Arten) aller Käfer in Deutschland sind auf Holz verschiedener Zerfallsstadien angewiesen. Auch Spinnen, Pilze, Moose und Flechten, Vögel, Amphibien, Reptilien, Fledermäuse und andere kleine Säugetiere wie Igel finden hier Unterschlupf und Nahrung. Darüber hinaus ist Totholz ein Wasser- und Kohlenstoffspeicher und wirkt positiv auf die Bodenqualität ein. Bei der Zersetzung des Holzes werden wichtige Nährstoffe freigesetzt. Dabei kommt es zur Bildung von Humus, welcher die Bodenfruchtbarkeit und dadurch das Pflanzenwachstum fördert.