Aktionstag »Arbeit und Ausbildung« im Kulturwerk am See: Infos für den Einstieg in das Berufsleben für zugewanderte Menschen
Mittwoch, 15. Februar 2023
Norderstedt. Beruflich in Deutschland Fuß fassen, das ist für viele Menschen mit Migrationshintergrund nach wie vor nicht immer einfach. Damit Zugewanderte in der Stadt Norderstedt und in der Region einen schnellen Zugang zum Arbeitsmarkt finden, wird nun ein „Aktionstag Arbeit und Ausbildung“ veranstaltet.
Die Stadt Norderstedt lädt gemeinsam mit der Beratungsstelle Interpunkt, dem Jobcenter Kreis Segeberg, dem Projekt B.O.A.T (Beratung, Orientierung, Arbeit, Teilhabe) des Diakonischen Werks Hamburg-West/Südholstein und dem Jugendmigrationsdienst (JMD) zu dem Aktionstag ein. Dieser findet am Mittwoch, 22. Februar, im Kulturwerk am See, Stormarnstraße 55, von 11 Uhr beziehungsweise 13 Uhr an statt.
Allen Interessierten werden im Kulturwerk Informationen zu Berufen, Ausbildungswegen, Weiterbildungsangeboten und Bewerbungsverfahren vermittelt. Die Beratungen werden dabei unter anderem von der Agentur für Arbeit, der Handwerkskammer (HWK), der Industrie- und Handelskammer (IHK), der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LWKSH), der Norderstedter Bildungsgesellschaft (NoBiG), der Migrationsberatung, dem JMD, dem Projekt B.O.A.T., der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) und der „interkulturellen schule fortbildung und ausbildung gmbh“ ISFA angeboten.
„Ich bin froh, dass dieses Angebot nun besteht. Denn es ist ein Projekt, das Zukunft für jene schafft, die zu uns gekommen sind. Es geht nicht um Wettbewerb, sondern um ein Miteinander für berufliche Integration“, sagt Norderstedts Sozialdezernentin Katrin Schmieder. Die Integrationsbeauftragte der Stadt Norderstedt, Heide Kröger, hebt hervor, dass es angesichts des allgemeinen Fachkräftemangels an der Zeit sei, den „Schatz, den wir vor Ort in Norderstedt haben“, zu aktivieren und die Potenziale der Eingewanderten zum Wohle aller zu nutzen. „Wir wünschen uns, dass alle, die zu uns kommen, beruflich schnell Fuß fassen können. Manche brauchen aber Unterstützung, um sich im Dschungel des deutschen Systems von Ausbildung und Beruf zu orientieren“, sagt Heide Kröger. Eine Erfahrung, die auch die Norderstedter Beratungsstelle Interpunkt gemacht hat. Bei den Akademikern, die nach Deutschland kommen, sei generell eine schnellere Integration in den Arbeitsmarkt zu erwarten, für jene, die aber mit geringer oder ohne Qualifikation nach Deutschland kommen, dauere es länger. Für diese Menschen müssten ebenfalls Perspektiven geschaffen werden.
Es falle den zugezogenen Menschen aber nicht immer leicht, Wege in den Beruf zu finden, denn die sehr strukturierte Form des deutschen Arbeitsmarktes mit ihrer Vielzahl von spezialisierten Berufsbildern, sei in vielen Herkunftsländern nicht in dieser Form gegeben, so die Expert*innen. Daher sei es sinnvoll, zu informieren, Orientierung zu geben und Perspektiven aufzuzeigen. Nützlich sei auch, dass bei dem Aktionstag vielfältige Kontakte geknüpft werden könnten.
„Wichtig ist uns, dass nicht nur Geflüchtete informiert werden. Wir möchten alle zugewanderten Menschen informieren und auch deren Angehörige“, sagt Raphaela Shorina vom Projekt „B.O.A.T“ der Diakonie. Etwa über die Erwartungen von Betrieben hinsichtlich der Bewerbungsunterlagen, der Anerkennung von Berufsabschlüssen oder möglichen Kostenübernahmen für Qualifizierungsmaßnahmen. Norderstedts Sozialdezernentin Katrin Schmieder: „Es geht darum, eine Brücke für alle zu bauen, damit die Menschen in Jobs kommen und auch dadurch die Integration befördert wird“.
Eine Voranmeldung zum Aktionstag per E-Mail ist erforderlich unter interkulturelle.arbeit@diakonie-hhsh.de. Alle Interessierten können wählen zwischen einem Beratungstermin ab 11 Uhr oder ab 13 Uhr. Zu beiden Terminen gibt es zunächst eine Vorstellungsrunde, bevor individuelle Beratungsgespräche erfolgen.