24. Juli: Marsch durch die Farbtöne
Treffpunkt Marktplatz. Wolken vor dunkelblauem Himmel, die Sonne beißt sich durch das Grau und wirft Licht auf den Platz. Der Regenbogen ist selbstgemacht. Gelebt, lebendig. Alle sind dabei, alle, die dabei sein wollen, die es sehen wollen, die gesehen werden wollen. Ein Marsch durch die Farbtöne des Menschseins. Vielfältigkeit. Polizeibewacht, -begleitet, -beteiligt mit eigenem Stand, Männer in Uniform vor queerem Einsatzwagen, in geteiltem Standpunkt. Von allen, farbenfroh und lebendig, auf dem Marktplatz. Parteien ringen um den attraktivsten Regenbogen, ein Marsch durch die politischen Farbtöne, alle gewinnen. Die Herzen. Die Buchhandlung hat ein Themenfenster für den Tag dekoriert, eine bunte Literaturmischung. Das Rathaus ist vollmast beflaggt, Nieselregen fällt auf Regenbögen. Musik setzt ein, der Marsch beginnt, durch die Straßen, durch die Farbtöne, durch das Leben, durch die Welt, durch Norderstedt. Beats aus Tönen, beats mit Schritten, beats in Herzen. Ein Regenbogen wird durch die Stadt getragen, Seifenblasen glitzern unter und über ihm, schweben durch die Luft. Die Sonne wirft ein kurzes Lächeln durch die Wolkenlücken. Bis erste Tropfen vom Himmel fallen und die Seifenhäute platzen lassen. Die Musik geht weiter, das Leben geht weiter, farbenfroh und beschwingt durch die Stadt. Der Wolkenbruch wartet, hält sein Gewitter noch zurück, bis alle in Sicherheit sind. Im Rathaus. Regenbögen unter Glasdächern, darüber will keiner erscheinen. Nur Regenschauer. Mit Reden darunter. Und der Marsch geht weiter, muss weiter gehen, durch die Farbtöne, durch die Welt, durch das Leben, bis zum Ende des Regenbogens.