22. August: Kontaktversorgung
Gleich morgens nach dem Aufstehen nutze ich sie, hier im Ort, ich koche mir Kaffee, checke Mails und schicke meinen neuesten Eintrag des Arbeitstagebuchs raus, bevor ich mich wasche und auf das Fahrrad setze, um rechtzeitig zum Termin zu erscheinen. Gleich mehrfache Kontakte noch vor dem direkten in der Mitte. Indirekt und teilweise sogar durch das Fahrrad. Ein städtisches Unternehmen werkelt daran, nicht nur die Versorgung der Stadt in vielen Bereichen aufrecht zu halten, sondern ihre Gewinne ermöglichen partikular ebenfalls, dass ich als Stadtschreiber und auf dem Fahrrad hier unterwegs sein kann. Am Ende des Monats und meines Stipendiums, morgens nach dem Abschied, wird die letzte Strecke in der Stadt, die erste der Rückreise ebenso auf ihren Gleisen zurückgelegt werden. Werde ich sie auf ihren Gleisen zurücklegen. Fast allen Kontakten, denen ich seit Ankunft digital an- und zurückschrieb, war ihre Adresse gemein. Das selbstironisch spöttische „Buddeln und Rechnungen schreiben“ ist das Erfolgskonzept, seit über hundert Jahren. Fast mono ist das Lokale von Oligo für die Kommune gepolt, ewig im Wandel. Über die Stadtgrenzen hinaus. Kurze Wege. Im Betrieb, im Service, bis in die Beschwerdestelle, vor Ort, und auf dem Weg zu ihnen. Mit dem Fahrrad. Unfallfrei. Bis in die Kantine. Bei Wasser und Kaffee, deren Grundzutat ... Genau: Wasser. Aus dem Betrieb. Nicht das Röstgut, wobei die Energie zum Rösten wiederum ... Egal. Freundlich werde ich empfangen, wie bei vielen Begegnungen im Ort von einem „Ur-Einwohner“, einem für die Öffentlichkeitsarbeit, der einst zum Studium wegzog und dann zurückkehrte. Eine Geschichte, mit der ich in den letzten Monaten häufig in Kontakt kam. Die ich mittlerweile mit Norderstedt in Verbindung bringe. Eine Heimatgeschichte. Weil es sich hier gut leben lässt, sagt er, wie so viele. Was ich bestätigen kann. Lokal aufgestellt. Er informiert mich über die Firmenstruktur und deren Bilanzen. Sogar die Idee mit den Morgenkontakten wird mir geliefert. Zu schön, um sie nicht zu verwenden. Billig, von mir. Naheliegend. Überall. Vertreten. Mehr als das Foyer, ein paar Gänge und die Kantine sehe ich nicht, aber hier darf ich kurz kleben bleiben, um zu hören, welche Netze durch Stadt gespannt sind. Zur Versorgung. Mit gutem Grund. Außerdem ein wenig buddeln darf ich, Fragen stellen. Denen Rechnung getragen wird. Völlig kostenlos. Trotz Energiekrise. Kaum im Gespräch. Über Verständnisse von Nachhaltigkeit, von Zukunftsmodellen, das Leben in Norderstedt und den ganzen Rest. Neue Kabel werden durch die Schächte der 90er geblasen, wie die Ballen in meiner Kindheit auf den Strohboden. Bis der Speicher voll ist. Meiner. Nach dem Abschied überlege ich, ob ich für die vollumfängliche Versorgung nicht ins Freizeitbad fahren soll. Lass es bleiben, kaufe ein, radle in den Stadtpark und frage mich, welche Schraube an dem Drahtesel wohl vom letzten Kontakt finanziert worden war. Partikular. Blödes Eselwort, ich muss dringend nach einem Synonym im Netz suchen. Und wieder: Über Kontaktversorgung vor Ort. Monothematisch im Ort. Sicher versorgt. Bis in den Park.