16. August: Schnittstellen
Eigentlich wollte sie mir von der Geschichte Harksheides erzählen, wollte dazu Bücher mitbringen, dann saßen wir nur im Strandkorb und haben stundenlang gequatscht. Auch über Harksheide, aber mehr über die Gegenwart des Stadtteils. Und noch mehr über das Leben, die Erinnerungen und die Erwartungen an die Zukunft. Mit wenigen dunklen und sehr vielen hellen, bunten Schnittstellen, die im Stadtpark zum Leben erweckt wurden. Im Gespräch, Gedanken über und Aussichten auf das Heute und das Morgen. Gleichfalls in Rückblicken auf das Gestern. Über das Schreiben und über Kunst. Das Gespräch führte ich weiter, am nächsten Tag, in der Stadtmitte, mit noch mehr Schnittstellen, zwischen noch mehr Kunst. Überall verteilt, im Garten, im Haus, im Atelier, im Wohnzimmer, im Leben. Beeindruckende Schnittwerke neben quadratischen Farbspielen und oben ein Himmel aus Blumen von der Mutter, darunter schwarzer Regen aus stilisierten Schriftzeichen, ein Wirbelsturm der Eindrücke. Wie im Stadtmuseum. Nur hier mit mehr inhaltlicher Nähe zur Künstlerin, ein Fest im offenen Atelier. Kunst zum Leben erweckt. Im Gespräch, Gedanken über und Aussichten auf das Heute und das Morgen. Gleichfalls in Rückblicken auf das Gestern. Über das Schreiben und über das Leben als KünstlerIn. Im Ort. Nähe mit Schnittstellen. Nähe will der Mann schaffen, der am Strandkorb vorbeikam, Nähe zur Kultur, die er veranstaltete, gestern, ein paar Schnittstellen in Orga und Orten. Morgen will er im Ort mehr organisieren, alles, der politischen Kultur entsprechend. Im Heute. Diejenige, die ihm dafür vieles schreibt, wie sie von sich sagt, begleitet ihn durch die Stadt, führt ihn durch den Stadtpark, gegenwärtig mit seiner Frau, bis zum Strandkorb. Ein Gespräch, Gedanken und Ansichten. Ärztliche Besorgnis und Entwarnung, als sie vom Fahrradunfall auf dem Weg zum letzten Lesefest des Stadtschreibers hörten. Ein offener Aufprall, ein Wirbelsturm der Eindrücke, an Stirn und Braue. Eine Geschichte von gestern. Kein Geheimnis. Oben aus dem Musikschulhimmel war der Mann noch länger mit der Entourage auf der sicheren Bank sitzend zu sehen. Erwartungen an die Zukunft, niemand sieht sie, ohne Schnittstellen mit der boulenden Umgebung, quadratische Politikspiele auf schwarzen Wegen. Ins Morgen. Auf der Pressekonferenz mit Nähe zu Kunst und Kultur wurde der Stadtschreiber vorgestellt, zum Abschied. Nicht im Strandkorb, sondern auf einem einfachen Stuhl im Rathaus. Beschildert, für den engsten Kreis. Wer dabei sein wollte, musste dabei sein, oder am Abend lesen, oder ein Gedicht schreiben, Kunst und Schnittstellen schaffen. Was gemacht wurde. Auf bewegten Bildern, statischen mit Text belebt. Fragen über Norderstedt, über die Gegenwart. Über das Leben in der Stadt, über die Erinnerungen, über den Unfall, ohne Unfälle, ohne Rad, ohne Rat, und über die Erwartungen an die nahe Zukunft, in Essen, vor allem an den Abschiedsabend. Bald. An dem die Schnittstellen mit den Norderstedtern und ihren Künstlern lebendig werden sollen. Im Gespräch, im offenen Austausch. Gedanken über und Aussichten auf das Heute und das Morgen. In Rückblicken auf das Gestern, auf die Zeit in der Stadt. Über das Schreiben, über Kunst. Wie im Rathaus, bei der Pressekonferenz, der Anfang vom Ende. Ohne große Unfälle. Ein schwatzender Regen aus Wörtern, der letzte Eindruck vom Stadtschreiber vorm Abschied wirbelte durch den Raum. Draußen zieht der Himmel auf, für letzte Bilder. Ohne Blumen und Einkaufswagen, mit der Trude. Am Abend ging es weiter, das Fest. Mit der lesenden Gästin, und mit viel mehr Menschen, aus Norderstedt und Friedrichsgabe. Ein Gedankensturm im Sinneswirbel. Eindrucksvoll. Ein Fest mit nicht nur inhaltlicher Nähe zur eingeladenen Künstlerin, die durch das literarische Labyrinth ihres offenbarten Werkes führte. In Friedrichsgabe. Gelesene Schriftzeichen in skurrilen Farbspielen belebten das Publikum. Unterm Himmel, unter dem Lasertechnikhimmel. In der Stadtbücherei. Im Gespräch, Gedanken und Aussichten über das Heute und das Morgen. Gleichfalls in Rückblicken auf das Gestern. Über das Schreiben und über Kunst. Alles hüpft im bunten Regen der Geschichten über die Quadrate der Kindheit. Himmel und Hölle auf dem Friedhof der Schnittstellen. Ein Fest. Prosa. Gestern, heute, morgen. Ohne Entwarnung. Ein Stirnaufprall mit künstlerischen Eindrücken. Applaus!