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10. Juli: Erntezeit

Mähdrescher auf Feldern. Die Kornernte wird eingebracht. Gerste, Weizen, Roggen. Gemessen in Doppelzentnern. Kindheitsgerüche. Strohstaub. In Halmen gebundener Sonnenschein, gepresst in Ballen. Klappen voller Erinnerungen. An Hofläden gibt es keinen Spargel mehr, Johanni ist längst vorbei, sogar die Erdbeeren gehen langsam zur Neige. Himbeeren liegen in den Auslagen, warten auf Rote-Finger-Ernte. Pflaumen, Äpfel und Birnen werden noch kommen. Das wird noch dauern. Bis das Stein- und Kernobst sozialisiert werden wird. Resozialisiert. Im Glasmoor. Im Lebenslauf. Die kriminellen Auswüchse und Triebe werden ausgegeizt und beschnitten, die Ernte der Vergehen und Verbrechen abgesessen, neue Früchte angezüchtet, seit hundert Jahren. Zurück in und für das Leben. Resozialisiert. Offen im Vollzug. Einst im Moor und auf dem Feld mit Arbeit die Freiheit und das Leben zurückerlangt. Zuvor: Hände unter Ballen gebunden. Chancenintegriert. Hoffentlich trocken. Ohne Fäulnis. Die Klappen. Als Nahrung für die Zukunft. Nach der Ernte ist vor der Ernte, Lebensdrillen ohne Drill, oftmals lehmige Saat, in Werkstätten, bis zur nächsten Erntezeit. Direkt aus dem Glasmoor geliefert. Ins Leben zurück. Integrativ, sozial, nachbarschaftlich und weltoffen. Nachbarschaftsernte. Feiern in Garstedt. Ein Fest, mit Kinder auf mechanischen Bullen, Eltern auf Strohballen, Musiker auf der Bühne, Männer und Frauen an den Futterstellen. Mit Ausgelassenheit an den Tränken. Offen im Vollzug. Lebenslust gepresst in Sonnenschein. Fruchtbare Nachbarschaft geerntet, gemessen in Spaß und Freunden. Tausend Doppelzentner auf einen Hektar. Im Freibad, ins Wasser, in den See. Lebenslust ernten im Sommer, für den Winter. Kindheitsgerüche. Mähdrescher auf den Feldern. Erntezeit. Gerste, Weizen, Roggen. Strohfahren. Und jetzt: Klappe halten!