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"Praxis ohne Grenzen" jetzt auch in Norderstedt

Die Gründe, warum Menschen keine Krankenversicherung haben oder bei ihrer Krankenkasse keinen Leistungsanspruch, sind vielfältig. Dazu gehören Selbstständige, die aufgrund von Geldnot die Beitragszahlungen aussetzen, geflüchtete Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung oder Kinder, die aufgrund der fehlenden Krankenversicherung ihrer Eltern nicht familienversichert sind.

Beim Deutschen Roten Kreuz in Norderstedt wurde am 1. April eine „Praxis ohne Grenzen“ eröffnet, in der ehrenamtlich tätige Ärztinnen und Ärzte sowie Praxispersonal kostenlos Gesundheitversorgung anbieten. Aminata Touré, Sozialministerin in Schleswig-Holstein, dankte bei der Eröffnung vor Ort dem Ehrenamt, das "dort einspringt, wo der Staat nicht liefert": "Gesundheit ist ein Grund- und ein Menschenrecht.“ 

Die „Praxis ohne Grenzen“ (Ochsenzoller Straße 124) ist ab sofort jeden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Jeden ersten Mittwoch im Monat, beginnend am 6. Mai, steht zudem von 12.30 bis 17 Uhr ein Zahnmobil auf dem Gelände bereit, um Menschen ohne Versicherungsschutz bei Zahnproblemen zu behandeln.

Die erste „Praxis ohne Grenzen“ wurde vor 17 Jahren in Bad Segeberg eröffnet. Dort werden Menschen mit Erkältungen genauso behandelt wie Menschen mit Schlaganfällen. Initiator Dr. Uwe Denker war auch bei der Eröffnung in Norderstedt zu Gast und sagte: „Die Praxis ohne Grenzen ist eine Praxis ohne Kasse – der Lohn für uns Ärztinnen und Ärzte ist nicht Geld, sondern die Dankbarkeit der Menschen.“ Er forderte, alle Kinder beitragsfrei krankenzuversichern.

Die „Praxis ohne Grenzen“ ist neben der ehrenamtlichen Arbeit auch auf Sach- und Geldspenden angewiesen.