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Zu viel Störstoffe in der Biotonne: Norderstedter Betriebsamt beteiligt sich an landesweiter Tonnenkontrolle in Schleswig-Holstein

Dienstag, 7. September 2021

Norderstedt. Die Verunreinigung des Bioabfalls in der Stadt Norderstedt mit Plastik und anderem Restmüll gefährdet die Herstellung von Biokompost und ist ein Problem für unsere Umwelt. Zur Reduktion starten die schleswig-holsteinischen Abfallwirtschaftsbetriebe vom 8. bis zum 17. September eine gemeinsame Kontrollaktion. Auch das Norderstedter Betriebsamt, das bereits seit Anfang 2021 offensichtlich fehlbefüllte Biotonnen ungeleert stehen lässt, möchte im Aktionszeitraum gemeinsam mit den anderen Abfallwirtschaftsbetrieben erneut auf die Problematik aufmerksam machen. Das Motto: Mülltrennung ist Klimaschutz.

Plastiktüten bilden noch immer den größten Störstoffanteil in den Biotonnen der Norderstedter Haushalte. Das Betriebsamt sieht der anhaltenden Verunreinigung in den Biotonnen mit Sorge entgegen. Dort finden sich nicht nur biologische Abfälle, sondern vor allem auch Plastiktüten und „kompostierbare“ Plastiktüten. Es wird zunehmend aufwendiger, aus dem Biomüll Kompost herzustellen, da die Fremdstoffe aufwändig aussortiert werden müssen.

Die Abfallwirtschaft leistet durch die getrennte Erfassung und Verwertung von Bioabfällen einen wesentlichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. An keinem anderen Abfallstoff lässt sich der Grundgedanke einer Kreislaufwirtschaft so plastisch darstellen, wie beim Bioabfall. Aus Lebensmittelresten und anderen Biostoffen wird in der Vergärung zunächst Biogas gewonnen. Aus diesem wird wiederum Strom erzeugt. Die Gärreste werden in einem zweiten Schritt zu wertvollem Kompost für die Landwirtschaft. Dieser Kompost aus Bioabfall ist ein wichtiger Einsatzstoff, um neue Lebensmittel zu erzeugen und auf chemische Düngemittel zu verzichten.

Das Norderstedter Betriebsamt ist auf die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger angewiesen und klärt bereits seit 2018 mit Hilfe der Umweltkampagne #wirfuerbio auf. Seitdem das Amt angefangen hat, Biotonnen zu kontrollieren und bei falscher Befüllung stehen zu lassen, konnte der Anteil an Störstoffen verringert werden. Ein Anfang – den die Stadt Norderstedt nun bei der landesweiten Aktion noch einmal intensiver verfolgen will. 

In der Umweltkampagne „#wirfuerbio – Biomüll kann mehr“ bündeln die Abfallwirtschaftsbetriebe des Landes bereits seit 2018 ihre Kräfte. Sie gehen mit dieser Gemeinschaftsaktion den nächsten Schritt gegen die Verunreinigung des Bioabfalls und wollen damit die Qualität der aus Bioabfall gewonnenen Komposterde verbessern. Das große Ziel ist die nachhaltige Verwertung von Bioabfällen. Unterstützt wird die Landesweite Kontrollaktion von Schleswig-Holsteins Umwelt- und Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht. „In unseren Bioabfällen stecken Tag für Tag wertvolle Rohstoffe, die intelligent nutzbar gemacht werden können. Die landesweite Tonnenkontrollaktion mit #wirfuerbio hat genau den richtigen Ansatz und schon der Name macht klar, dass damit wir alle gemeint sind. Sichern wir gemeinsam die Qualität unserer Rohstoffe, halten wir unseren Biomüll frei von Fremdkörpern wie Plastik!“, appelliert Umweltminister Jan Philipp Albrecht.