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Stadt Norderstedt unterstützt Resolution gegen Wasserverschmutzung des Abwasser-Zweckverbands Südholstein (AZV)

Donnerstag, 17. Dezember 2020

Norderstedt. Die Stadt Norderstedt unterstützt als Mitglied des Abwasser-Zweckverbands Südholstein (AZV) gemeinsam mit 45 Mitgliedern und der Verwaltung des Abwasser-Zweckverbands Südholstein eine Resolution gegen die Wasserverschmutzung durch Mikroplastik und Medikamentenreste. Was gar nicht erst ins Wasser gelangt, muss auch nicht mühsam wieder rausgeholt werden.

Die Resolution fordert:

  • Umsetzung und Verstärkung von gesetzlichen Regelungen, um die wertvolle Ressource Wasser wirksam vor vermeidbaren Verunreinigungen durch Mikroplastik und Medikamentenreste zu schützen.
  • Aufklärung und Bewusstseinsbildung zum Themenfeld „Mikroplastik und Spurenstoffe“.
  • Aktives  Mitwirken der Bürgerinnen und Bürger sowie der Wirtschaft, bei der Bekämpfung der unsichtbaren Bedrohung durch diese gefährlichen Stoffe.

„Für uns als zukunftsorientierter Stadtverwaltung ist Nachhaltigkeit ein sehr wichtiges Thema. Ein ganz zentraler Aspekt ist dabei auch der Umgang mit Wasser, und zwar nicht nur dem, welches wir dem natürlichen Wasserkreislauf entnehmen, sondern auch jenem, das wir wieder in den natürlichen Wasserkreislauf zurückführen“, sagt Norderstedts Baudezernent Dr. Christoph Magazowski. „Der Klimawandel und die trockenen Sommer der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Wasser eine enorm wichtige Ressource für uns alle ist. Daher müssen wir alle behutsam mit dieser wertvollen Ressource umgehen. Dieser Verpflichtung kommen wir als Stadt nach“, sagt der Baudezernent. Es sei wichtig und richtig, mit der offiziellen Unterstützung der Resolution des AZV Südholstein die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und ihrerseits zum Mitmachen zu bewegen.

Zum Hintergrund:

Kunststoffpartikel oder Kunststofffasern mit einer Größe von etwa fünf Millimetern und kleiner stecken in vielen Kosmetika und Reinigungsmitteln oder lösen sich beim Waschen von Kleidungsstücken aus Kunstfasern. Zudem bildet sich Mikroplastik, wenn weggeworfener Plastikmüll in der Landschaft oder im Wasser allmählich zersetzt wird.

Wenn Kunststoffpartikel in natürliche Gewässer gelangen, können sich Giftstoffe daran anreichern. Die Kunststoffpartikel können auch von Wasserbewohnern wie Tieren, Pflanzen und anderen Organismen aufgenommen, aber nicht verdaut werden. Infolgedessen werden die empfindlichen Ökosysteme gestört. Zudem landen Kunststoffpartikel über die Nahrungskette früher oder später mit dem Fisch auf dem Essenstisch vieler Menschen.

Wenn Medikamentenreste in natürliche Gewässer gelangen, sind die Wirkstoffe der Medikamente im Wasser weiter aktiv und schaden Tieren, Pflanzen und anderen Organismen im Wasser. Medikamente zersetzen sich in Gewässern zudem in sogenannte Abbauprodukte, die eine andere Wirkung haben können als das Ursprungsprodukt. Diese Abbauprodukte wirken möglicherweise auch mit anderen Substanzen zusammen. Die daraus resultierenden Folgen sind unbekannt. Das Entsorgen von Medikamenten (etwa über Ausscheidung oder Toilettenentsorgung) kann bei Krankheitserregern zudem zu ungewollten Resistenzen führen, so dass die Medikamente irgendwann nicht mehr richtig wirken.

Weitere Informationen zum Thema sind im Internet auf der Webseite des AZV zu finden unter: https://www.azv.sh/wasser-wissen/verunreinigungen-vermeiden/