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Norderstedter Oberbürgermeisterin fordert Fairness im politischen Wettstreit ein: Vokabular wie »Säuberungsaktion« zeuge von sprachlicher Verrohung

Mittwoch, 15. September 2021

Norderstedt. Norderstedts Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder hat während der jüngsten Sitzung der Stadtvertretung (14. September) zu Fairness im politischen Wettstreit aufgerufen. Die Parteien und Wählergemeinschaften sollten sich gerade auch auf städtischer Ebene auf einen gemeinsamen Kodex verständigen, und deshalb bestimmtes Vokabular nicht verwenden. Der Appell richtete sich nach Worten der Verwaltungsleiterin speziell an den Vorsitzenden der CDU-Fraktion, Peter Holle. Dieser hatte jüngst in einem Zeitungsinterview im Zusammenhang mit Personal- und Vertragsangelegenheiten städtischer Gesellschaften das Wort „Säuberungsaktion“ verwendet. Diese Wortwahl kritisierte die Oberbürgermeisterin scharf: „Ein solches Wording gehört nicht ins Vokabular unserer politischen Debatte.“

Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder sagte in Richtung der Stadtvertreter*innen: „Ich möchte Sie alle aufrufen, gemeinsam gegen sprachliche Verrohung und gegen Polarisierung und für eine demokratische und immer auch von Respekt geprägte Streitkultur einzutreten.“ Der Begriff „Säuberungsaktion“ sei eindeutig belegt, so Elke Christina Roeder: „`Säuberungsaktionen` stehen für den Staatsterror totalitärer oder diktatorischer Regime.“ 

Elke Christina Roeder forderte, trotz aller Meinungsunterschiede fair und respektvoll miteinander umzugehen: „Es ist unsere Aufgabe als Demokratinnen und Demokraten, für ein angemessenes politisches Klima zu sorgen.“