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Neuer Leitfaden zur genderbewussten Sprache inklusive Dritter Option veröffentlicht

Donnerstag, 9. September 2021

Norderstedt. Sprache und der Gebrauch von Sprache befinden sich seit Anbeginn im Wandel. Der Gebrauch der geschlechtersensiblen Sprache wurde und wird dieser Tage viel und teils kontrovers diskutiert. Die Einführung einer geschlechtersensiblen Sprache führt auch teilweise zu Unmut. Denn gesetzliche Vorgaben dazu gibt es bisher nicht, stattdessen aber viele Unsicherheiten. Die Stadt Norderstedt hat daher Empfehlungen in Form eines Leitfadens herausgegeben, wie ein sinnvoller und wertschätzender Umgang mit Sprache im (Berufs-) Alltag gelingen kann.

„Der Leitfaden soll es allen Menschen in Norderstedt erleichtern, genderbewusst zu schreiben und zu sprechen“, erklärt Claudia Meyer, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Norderstedt, und sie fügt hinzu: „Unsere Sprache ist darauf leider gar nicht unbedingt ausgerichtet. Aber hilfreich ist erst einmal eine bewusste Entscheidung dafür, alle gleichwertig ansprechen zu wollen.“ Ein sensibler Umgang mit Sprache kann dabei unterstützend wirken, dass Menschen seltener mit Diskriminierungen konfrontiert werden. Vielmehr kann ein sensibler Sprachgebrauch Menschen dabei unterstützen, in der Gesellschaft entsprechend gleichwertig und gleichberechtigt wahrgenommen werden.

Die Broschüre zeigt unterschiedliche Möglichkeiten für den Sprachgebrauch auf. Die Schwerpunkte sind die Nutzung von

  • genderneutralen Begriffen wie „Gast“ oder „Publikum“ oder

  • dem Gendersternchen, für das sich Norderstedts Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder auch für den Gebrauch in der städtischen Kommunikation entschieden hat. Denn: in der IT ist das Sternchen ein Platzhalter, der jeden Buchstaben und jedes Zeichen bedeuten kann. Vielfältig eben.

„Wir ermuntern alle Menschen ausdrücklich dazu, unterschiedliche Bezeichnungen und Formulierungen auszuprobieren. Denn Zusammen. Zukunft. Leben. bedeutet für uns in Norderstedt nicht, lediglich auf gesetzliche Vorgaben zu reagieren. Lieber sind wir vorher kreativ und agieren“, betont die Oberbürgermeisterin.

„Zum Beispiel mit verschiedenen Aktivitäten und einer bunt zusammengesetzten Interessengemeinschaft Vielfalt“, ergänzt Danny Clausen-Holm (SPD). Das Mitglied der Stadtvertretung ist zugleich Landesvorstand des Lesben- und Schwulenverband LSVD SH e.V.. „Nächstes Ziel ist, einen interfraktionellen Arbeitskreis zu bilden, bei der auch die Verwaltung mit im Boot ist. Hier setzt die Stadt Norderstedt immer wieder deutliche Zeichen dafür, dass Vielfalt für unsere Stadt wichtig und gut ist. Denn Vielfalt werde mit Akzeptanz, Respekt, neues Perspektiven und einer allgemeinen Bereicherung der Sprache, des Lebens und der Gesellschaft in Verbindung gebracht,“ so Clausen-Holm. Der Leitfaden ist mit beratender Unterstützung des LSVD entstanden.

Auch der nun vorliegende Leitfaden ist mit Unterstützung des LSVD SH entstanden. Die Broschüre mit ihren grundlegenden Empfehlungen und vielen Beispielen für den Alltagsgebrauch kann von der Website der Stadt Norderstedt (www.norderstedt.de/Politik-und-Rathaus/Rathaus-und-Verwaltung/Gleichstellungsstelle) heruntergeladen oder alternativ über die Gleichstellungsstelle der Stadt Norderstedt bezogen werden.

 

Pressekontakt:

Claudia Meyer
Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Norderstedt
E-Mail
claudia.meyer@norderstedt.de