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Impfzentrum Norderstedt

Seit dem 29.12.2020 können sich berechtigte Personen zu Impfungen in 15 Impfzentren in Schleswig-Holstein anmelden. Das Gesundheitsministerium veröffentlicht dazu am 28.12.2020 umfangreiche Fragen und Antworten zum Verfahren, die auch über die Internetseite www.impfen-sh.de erreichbar sind. Die Fragen und Antworten finden Sie zudem unten.

Aktueller Hinweis: Nach Informationen des Landes Schleswig-Holstein sind die Termine in einigen der Impfzentren bereits vorerst ausgebucht.

Das Impfzentrum in Norderstedt-Mitte (TriBühne) hat am Montag, 1. März den Betrieb aufgenommen.

Die mobilen Impfteams der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) sind derzeit in mehreren Kreisen im Einsatz (Einsatzorte können vom Gesundheitsministerium nicht mitgeteilt werden).

Wer kann sich impfen lassen?

Terminvergabe

Die Impftermine werden nicht durch die Stadt Norderstedt vergeben.

Zuständig hierfür ist die Kassenärztliche Vereiniggung Schleswig-Holstein.
Termine erhalten Sie über die Rufnummer 0800 455 655 0, sowie unter www.impfen-sh.de
Aktuell: Auf Grund der hohen Impfnachfrage sind die Systeme derzeit leider überlastet.

Schnelltestmöglichkeiten

Corona Test Möglichkeiten

Seit dem 15. März 2021 können die Norderstedter Bürgerinnen und Bürger einen kostenlosen Corona Schnelltest durchführen.

An folgenden Standorten können Sie sich testen lassen. Die Test-Stationen befinden sich:

DRK-Haus Kielort

Kielortring 51
22850 Norderstedt
www.corona-schnelltest-norderstedt.de
Tel. 040 - 609 202 27

Montag :10.00 - 14.00 Uhr
Dienstag: 08.00 - 12.00 Uhr
Mittwoch: geschlossen
Donnerstag: 16.00 – 20.00 Uhr
Freitag :15.00 - 19.00 Uhr
Samstag: 08.00 - 14.00 Uhr
Sonntag: geschlossen

Ev.-Luth. Johannes-Kirchengemeinde Friedrichsgabe (DRK)

Bahnhofstraße 77
22844 Norderstedt
www.corona-schnelltest-norderstedt.de 
Tel. 040 - 609 202 27

Montag 07.00 - 09.00 Uhr
Mittwoch 15.00 - 19.00 Uhr
Samstag 08.00 - 14.00 Uhr

Kulturwerk am See

Am Kulturwerk 1
22844 Norderstedt

für das Navigationsgerät:
Stormarnstr. 55
22844 Norderstedt

montags bis freitags: 7.00 Uhr bis 18.00 Uhr 
samstags: 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Tel. 04193 - 870 860
Die Anmeldung erfolgt über www.corona-test-no.de

Moorbek Apotheke

Rathausallee 35 - 39
22846 Norderstedt
Tel. 040 - 522 75 52 

Eine Anmeldung ist zwingend erforderlich.

Schule Aurikelstieg

Aurikelstieg 13
22850 Norderstedt 

montags bis freitags: 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr 
samstags und sonntags: 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Die Anmeldung erfolgt über www.deincoronatest.com

Testzentrum Norderstedt - Achternfelde

Achternfelde 10
22850 Norderstedt
info@testzentrum-norderstedt.de
www.testzentrum-norderstedt.de

Montag-Freitag 13.00 - 19:00 Uhr
Samstag-Sonntag 11.00 - 16.00


Weitere Informationen:

Welche Unterlagen benötige ich für einen Impftermin?

1. Ausweisdokument: Personalausweis, Führerschein oder eine Krankenkassenkarte. Alternativ – wenn nicht anders möglich – ist auch ein kürzlich abgelaufener Personalausweis ausreichend.

Wichtig ist die Identifizierbarkeit der Person, die zum Termin erscheint – inklusive Bild und Geburtsdatum.

2. Ggf. Tätigkeitsnachweis: Einen entsprechenden Nachweis erhalten Sie über die Internetseite www.impfen.sh.de

Fragen und Antworten zur Corona-Schutzimpfung

Wann starten die Impfungen in Schleswig-Holstein?

Am 27.12. starteten die mobilen Impfteams entsprechend der Priorisierung der Ständigen Impfkommission in Pflegeeinrichtungen mit der Impfung hochbetagter Personen und Pflegekräften. Die Inzidenzzahlen der Kreise/ kreisfreien Stadt können ebenfalls in die Priorisierung einfließen, so dass zunächst Gebiete mit hoher Inzidenz Berücksichtigung finden, da das Risiko dort höher ist. Auch in den ersten Kliniken im Land wurde parallel mit dem Impfen für priorisiertes Klinikpersonal begonnen, das einem besonderen Risiko ausgesetzt ist.

Ab wann wird in den Impfzentren geimpft?

Seit dem 4. Januar haben die ersten 15 Impfzentren mit dem Impfen von Berechtigten der Gruppe 1 nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommissionen begonnen.

Welche Personen sind berechtigt, bzw. haben derzeit Priorität und können somit einen Termin anfragen (Berechtigte Gruppe1)?

Gemäß den Festlegungen der Coronavirus-Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums derzeit:
1. Personen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben,
2. Personen, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen tätig sind,
3. Personen, die im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig ältere oder pflegebedürftige Menschen behandeln, betreuen oder pflegen,
4. Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem sehr hohen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere in Rettungsdiensten, als Leistungserbringer der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, in den Impfzentren im sowie in Bereichen, in denen für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 relevante aerosolgenerierende Tätigkeiten durchgeführt werden,
5. Personen, die in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandeln, betreuen oder pflegen, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht, insbesondere in der Onkologie oder Transplantationsmedizin.“

Wie kann ich prüfen, ob ich berechtigt bin?

Stellen Sie sich als Hilfe dazu folgende Fragen – wenn Sie mit „Ja“ antworten können, können Sie einen Termin in einem Impfzentrum anfragen:
• Sind sie 80 Jahre oder älter?
• Arbeiten Sie
o in einer Einrichtung der ambulanten oder stationären Altenpflege?
o in der Notfallrettung?
o in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung?
o in einer medizinischen Einrichtung, in der primär onkologische, immunsupprimierte oder dialysepflichtige Patienten behandelt werden oder in der für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 relevante aerosolgenerierende Tätigkeiten i.S.d. § 2 CoronaImpf-VO durchgeführt werden?

Wie können sich Impfberechtigte zu einer Impfung anmelden?

Impfberechtigte können ab dem 29. Dezember - unter der Rufnummer  0800 455 655 0 - oder online unter www.impfen-sh.de einen Termin anfragen, bzw. bei Verfügbarkeit buchen.

Welche Nachweise benötige ich, um meine Berechtigung glaubhaft zu machen?

Das hängt jeweils von der Art der Berechtigung ab:

  • Alter: Personalausweis
  • Tätigkeit: Geben Sie den Namen der Einrichtung oder des Dienstes an.

Zum Impftermin müssen Sie eine Bestätigung Ihres Arbeitgebers mitbringen. Sie können als Angehöriger der berechtigen Berufsgruppen dazu auch ein Formular nutzen, dass auf über die Seite www.impfen-sh.de unter „grundlegende Information“ zum Download eingestellt werden wird. Dem Rettungsdienst SH wurde ein solches Formular bereits übermittelt.

Woher erhalte ich die beruflichen Nachweise?

Bitten Sie Ihre Arbeitgeberin/er darum oder drucken Sie ein im Netz bald verfügbare Formular aus und legen es Ihrer Arbeitgeberin/ Ihrem Arbeitgeber vor zum Ausfüllen/ bestätigen. (Das Formular ist in Arbeit und wird auf der Internetseite www.impfen-sh.de unter „grundlegende Information“ eingestellt werden).

Wie wird kontrolliert, ob ich die Nachweise habe?

Die Nachweise müssen von Ihnen im Impfzentren vorgelegt werden. Liegen diese nicht vor, kann keine Impfung durchgeführt werden.

Wenn Menschen in Pflegeeinrichtungen unter Betreuung stehen - beispielsweise bei einer Demenzerkrankung - wie wird das Einverständnis der Betreuerin/ des Betreuers den mobilen Impfteams nachgewiesen?

Die Einrichtungen, die von mobilen Impfteams aufgesucht werden, werden vorher über die organisierende Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein informiert. Den Einrichtungen wird auch eine spezielle Einwilligungserklärung für Betreuende zur Verfügung gestellt. Diese Erklärung ist dann vor der Impfung im Original der Einrichtungsleitung zur Verfügung zu stellen. Diese wird dann gesammelt der Impfärztin/Impfarzt des mobilen Teams vorlegt.

Werde ich schnell einen Termin bekommen, wenn ich zu den Berechtigten gehöre?

Angesichts der begrenzten Verfügbarkeit des Impfstoffes werden erst nach und nach berechtigte Personen einen Termin bekommen können. Zu Beginn werden also viele Menschen trotz der Berechtigung noch keinen Termin erhalten können, da noch nicht für alle berechtigten Personen der Impfstoff verfügbar ist.

Welche Termine werden vergeben?

Zunächst werden voraussichtlich nur wochenweise Termine vergeben können. Also für Anfragen, die in der laufenden Woche gestellt werden, werden i.d.R. jeweils für die kommende Woche Termine vergeben usw. Damit soll zum einen eine tatsächliche Wahrnehmung der Termine sichergestellt werden und zum anderen soll die Verfügbarkeit des Impfstoffes sichergestellt werden.

Wird auch der Termin für die zweite notwendige Impfung vergeben werden?

Ja, Termine werden ausschließlich paarweise vergeben, da es wichtig ist, beide Impfungen zu machen. Das Robert-Koch-Institut teilt dazu mit: Für eine vollständige Immunisierung sind mit dem mRNA-Impfstoff von BioNTech zwei Impfstoffdosen im Abstand von 21 Tagen notwendig. Nach Auskunft des Impfstoffherstellers ist dabei der Abstand von 21 Tagen einzuhalten.

In welchen Impfzentren wird eine Impfung zu Beginn möglich sein?

Aufgrund der zu Beginn begrenzten Verfügbarkeit des Impfstoffes werden in Abstimmung mit den jeweiligen Kreisen/ kreisfreien Städten von den 29 Zentren in Schleswig-Holstein zunächst 15 Zentren an folgenden Standorten ab 4. Januar eröffnen:
- Kiel
- Flensburg
- Neumünster
- Lübeck
- Heide (Kreis Dithmarschen)
- Alt-Mölln (Kreis Lauenburg)
- Husum (Kreis Nordfriesland)
- Eutin (Kreis Ostholstein)
- Prisdorf (Kreis Pinneberg)
- Schönberg (Kreis Plön)
- Gettorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde)
- Kropp (Kreis Schleswig-Flensburg)
- Kaltenkirchen (Kreis Segeberg)
- Itzehoe (Kreis Steinburg)
- Bad Oldesloe (Kreis Stormarn)

Kann ich als Schleswig-Holsteiner bei der Terminanfrage ein Impfzentrum auswählen – auch wenn es nicht in meinem Wohnortkreis liegt?

Ja. Den Standort können Sie als Schleswig-Holsteinerin/er bei der Terminanfrage/ -buchung selbst auswählen.

Wie werden Corona-Impfberechtigte informiert, wer berechtigt ist?

Mit den Pflegeeinrichtungen und den medizinischen Einrichtungen, in denen Menschen der ersten Prioritätsstufe beschäftigt sind, steht das Land und die Kassenärztliche Vereinigung bereits im Austausch, um den Einsatz der mobilen Teams zu koordinieren und mögliche Impftermine abzustimmen. Bundesregierung und Landesregierung werden fortlaufend über Presseinformationen, auf ihren Internetseiten und über ihre Auftritte in den Sozialen Medien informieren, wann welche Personen impfberechtigt sind. Die Empfehlungen der Ständige Impfkommission (STIKO) sowie häufig gestellte Fragen zum Thema Impfen und COVID-19 finden Sie auf der Seite des Robert Koch-Instituts.

Wann kann ich mich auch bei meinem Hausarzt/ Hausärztin impfen lassen?

Das ist aufgrund der besonderen logistischen Anforderungen des Impfstoffes der Firma BioNTech nicht möglich derzeit. Die speziellen Anforderungen an Lagerung und Transport (Tiefkühlung u.a.) bedingen die Impfung dieses Impfstoffes in Impfzentren, durch mobile Impf-Teams oder in Kliniken. Derzeit befinden sich noch weitere Impfstoffe im Zulassungsverfahren, deren Anforderungen vergleichbar mit denen herkömmlichen Impfstoffes sind. Sobald diese zugelassen und verfügbar sind, können diese auch in der Hausarztpraxis verimpft werden. Wann das ist, kann derzeit noch nicht abgesehen werden.

Wie kann eine pflegebedürftige Person, die zu Hause betreut wird, und älter als 80 Jahre ist, derzeit geimpft werden?

Auf Basis der Vorgaben der ständige Impfkommission und der bundesrechtlichen Festlegungen werden derzeit Pflegeeinrichtungen – in denen ein höheres Ansteckungsrisiko besteht - priorisiert. Der derzeit ausschließlich eingesetzte Impfstoff von Biontech muss zur Verimpfung aufbereitet werden. Einmal aufbereiteter Impfstoff kann nicht mehr transportiert werden, daher ist das auch nicht einfach möglich. Sofern die Möglichkeit besteht, kann in einem Impfzentrum ein Termin angefragt und gebucht werden, zu dem Angehörige/Betreuer dann die pflegebedürftige Person bringen können.

Quelle: Medieninformation vom 28.12.2020 - Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein

EU Impfstoff-Strategie - Fragen & Antworten

• Die ganze Welt ist seit Ausbruch der Pandemie auf der Jagd nach Impfstoffen.

• Die EU war dabei sehr früh, im Auftrag und in enger Abstimmung mit den Mitgliedstaaten.

• Die Strategie der EU, das Risiko auf mehrere Anbieter zu streuen, ist vernünftig und hat sich bewährt.

• Wenn alle EU-Impfstoffe erfolgreich sind, haben wir zwei Milliarden Dosen für 450 Millionen Europäer und unsere engen Nachbarn.

• Ohne die Hilfe der EU wäre nicht einmal die heutige Produktion in diesem Umfang möglich gewesen. Die EU hat z.B. BioNTech beim Aufbau von Produktionskapazitäten bereits im Juni mit 100 Millionen Euro geholfen als noch nicht einmal klar war, dass BioNTech überhaupt die Zulassung für den Impfstoff bekommt.

Wie kam es zu den EU-Verträgen?

Die EU hat nur Produktionskapazitäten vorfinanziert (mit den häufig zitierten rund 2 Mrd. Euro) und damit die Produktion größerer Volumina an Impfstoffen erst ermöglicht – zu einem Zeitpunkt Mitte/Herbst 2020, zu dem objektiv noch gar nicht absehbar, welches Impfstoff-Projekt überhaupt zum Erfolg führen würde und welches zuerst.

Über den Kauf selber entscheiden die Mitgliedstaaten, sie sind auch diejenigen, die die Impfstoffe bezahlen. Deshalb greift das Argument ins Leere, die EU-Kommission sei zu sparsam oder geizig gewesen. Nicht die EU bezahlt die Impfstoffe – es sind die Mitgliedstaaten, die die vereinbarten Mengen abnehmen und bezahlen.

Das damals für Impfstoffe noch weitgehend unbekannte Unternehmen BioNTech hat bereits Anfang Juni 100 Mio. Euro über die Europäische Investitionsbank von der EU für den Aufbau von Produktionskapazitäten erhalten.

Andere haben in ähnlicher Form Geld bei der Firma investiert und im Gegenzug Zusicherungen für den Fall eines Erfolges des Impfstoffes erhalten. Dieser Verhandlungen fanden parallel und im Wettbewerb statt.

Das ganze Konzept der Vorfinanzierungen und die Investitionsstrategie mit Geld der EU wurde vom Europäischen Rat gebilligt, von dem die Kommission auch das Verhandlungsmandat im Namen aller 27 Mitgliedstaaten erhalten hat.

Entscheidende Faktoren  in den Verhandlungen der Kommission mit einer Auswahl an Herstellern seit Frühjahr 2020 waren die Erfolgsprognosen (RNA Methode noch nie erprobt, so auch CureVac, Moderna, …), der Zeitfaktor, der Preis (Käufer sind Mitgliedstaaten) und die nachgewiesene Fähigkeit zur sicheren Massenproduktion und Verteilung sowie die bei allen neuen Medikamenten immer sehr wichtigen und komplexen Haftungs- und Logistikfragen (zB sicherer Vertrieb, extrem niedrige Lagertemperatur und Kühlketten, Komplexität der Verwendung).

Die Strategie der EU war und ist daher, die bei der Impfstoffentwicklung stets vorhandenen Erfolgsrisiken zu streuen zwischen bewährten Herstellern mit traditionellen, aber langsameren Verfahren und solchen, die innovative und schnellere Methoden verwenden, deren Erfolgsaussichten aber über längere Zeit unklar waren. Diese Fakten (aus der ex ante Perspektive) waren mitbestimmend für den Vertrag mit BioNTech über 200+100 Mio. Dosen.

Warum hat die EU nicht bei allen Herstellern noch viel mehr bestellt?

Die EU hat in einen nachvollziehbaren Mix investiert und nicht gegeizt. Mit den Vorfinanzierungen von > 2 Mrd. Euro wurde nur der Produktionsanlauf vorfinanziert. Die Impfstoffe werden dann von den Mitgliedstaaten abgenommen und bezahlt, die EU und die Mitgliedstaaten gehen also gemeinsam in die Vollen, weit über die 2 Mrd. Euro hinaus. Alle 27 EU Staaten wollten sichergehen, dass sie am Ende auf jeden Fall wirksame Impfstoffe in ausreichender Menge erhalten. Die EU hat im Rahmen dieser Risikostreuung bisher rund zwei Milliarden Impfdosen für die 27 Mitgliedstaaten gesichert.

Beim EU-Gipfel am 15. und 16. Oktober 2020 begrüßten die Staats- und Regierungschefs den Ansatz der Kommission ausdrücklich. In den Schlussfolgerungen des Europäischen Rates heißt es unter Punkt I 3, der Rat betone, „wie wichtig ein solider Genehmigungs- und Überwachungsprozess, der Aufbau von Impfkapazitäten in der EU und fairer und finanziell tragbarer Zugang zu Impfstoffen sind".

Stimmt es, dass bei der Auswahl der Impfstoffe auch deshalb große Rücksicht auf Sanofi genommen wurde, weil es sich um einen französischen Anbieter handelt? Wurde deswegen weniger bei BioNTech bestellt?

Voraussetzung war, dass alle Hersteller mit EU-Vertrag in Europa produzieren, um für EU Mitgliedstaaten einen sicheren Zugriff auf die weltweit begehrten Impfstoffe zu gewährleisten. Sanofi ist ein bewährter und namhafter Hersteller, der seine Impfstoffe nach traditionellem Verfahren in Europa produziert. Dieses Verfahren ist etwas langsamer, aber dafür sehr sicher. Das Sanofi Produkt ist nur bedingt mit einem Impfstoff nach dem komplett neuen Verfahren von BioNTech, CureVac oder Moderna vergleichbar. Die Anzahl der vertraglich vereinbarten Dosen lässt sich auf die oben genannten Faktoren zurückführen und hat nichts mit der Nationalität der Hersteller zu tun.

In der aktuellen deutschen Debatte übersehen im Übrigen diejenigen, die Vorwürfe wegen des französischen Anbieters konstruieren, regelmäßig die Tatsache, dass auch 405 Mio. Dosen beim deutschen Anbieter CureVac bestellt wurden – nicht nur 300 Mio. bei BioNTech.

Warum wurde nicht mehr bei BioNTech bestellt?

Die Verhandlungen mit BioNTech liefen zu einem Zeitpunkt, als noch nicht ansatzweise sicher war, dass der Impfstoff die notwendige Wirksamkeit hat und als erstes Präparat noch in 2020 die Zulassung erhalten würde. Wäre dies zu so einem frühen Zeitpunkt objektiv ersichtlich gewesen, hätte die gesamte Welt frühzeitig in BioNTech und Produktionskapazitäten für diesen einen Impfstoff investiert und die Firma hätte heute keine Lieferschwierigkeiten. Das Gegenteil ist wahr. Ohne die 100 Mio. Anschubhilfe der EU hätte BioNTech nicht die Produktionskapazitäten, die es heute schon hat.

Warum macht es überhaupt Sinn, Impfstoffe nicht national zu bestellen, sondern im europäischen Verbund?

Weil die Einkaufsmacht gegenüber den Pharmaherstellern größer ist und auch die Bedingungen wie Preis, Lieferfristen und Haftungsfragen erfolgreicher verhandelt werden können.

Europa kann auch nur gemeinsam aus der Krise kommen. Deutschlands Stärke ist Europas Binnenmarkt. Wenn nur Deutsche Impfschutz haben, hilft das der deutschen Wirtschaft nicht aus dem Tal. Reisen bleibt schwierig und wir errichten de facto neue Grenzen und Fronten in Europa. Nationaler Egoismus hat bisher nirgendwo auf der Welt geholfen.

Die EU-Mitglieder wollen verhindern, dass nun über die Frage, wer zuerst geimpft ist, die Probleme wieder auftauchen, die wir aus den Anfangstagen der Krise im März kennen, als einzelne Mitgliedstaaten kurzzeitig Grenzen schlossen oder gar die Lieferung von Schutzmaterialien an EU-Partner verhinderten. Es ist gut, dass es gelungen ist, in Europa einen Impfnationalismus zu verhindern.

Damit der Binnenmarkt funktioniert, muss Europa gemeinsam aus der Krise kommen. Das gilt nicht nur für den wirtschaftlichen Wiederaufbau (NextGenerationEU als Programm für ALLE EU Länder), sondern auch für die Frage der Impfungen:

Die EU-Bürger sind nur dann sicher vor dem Virus, wenn alle EU-Bürger sicher vor dem Virus sind.

Eine Spaltung der EU in Länder, in denen eine Mehrheit der Bürger geimpft ist, und solche, in denen das nicht so ist, ist nicht im Sinne Deutschlands und Europas.

Alle reden über bestellte oder nicht bestellte Impfdosen. Aber trifft das überhaupt den Kern des Problems?

Es ist verständlich, dass jetzt alle auf das Tempo bei den Impfungen schauen. Das Nadelöhr ist derzeit nicht die Zahl der Bestellungen sondern der weltweite Engpass an Produktionskapazitäten. Das gilt auch für BioNTech. Die EU hat BioNTech früh mit 100 Millionen Euro (EIB-Finanzierung, abgesichert von der EU) für den Aufbau der jetzigen Produktionskapazitäten gefördert und dafür die Zusage für insgesamt 300 Millionen Dosen Impfstoff erhalten. Alleine davon könnten bis zu 28 Millionen Deutsche geimpft werden.

Die EU war sehr zeitig in Verhandlungen mit BioNtech wie auch mit anderen Herstellern, die im Sommer 2020 auf einem vielversprechenden Weg zu einem Impfstoff waren. Und wir waren uns in der EU einig, dass wir nicht alles auf eine Karte setzen dürfen. Denn das hätte die Mitgliedstaaten dem Risiko ausgesetzt, am Ende ohne wirksamen Impfstoff dazustehen. Dieser Ansatz wurde von allen Staats- und Regierungschefs ausdrücklich begrüßt.

Was passiert jetzt? Wird die EU mehr bei BioNTech bestellen?

Die Situation wird sich Schritt für Schritt bessern. Wir verhandeln längst über zusätzlichen Impfstoff von BioNTech und sind erneut bereit bei der Ausweitung der Produktionskapazitäten zu helfen. Diese neuen Produktionsstätten sind wichtig, nicht nur für die Zahl der Impfdosen, sondern vor allem auch für die Geschwindigkeit, mit der sie zur Verfügung stehen werden. Weitere Hersteller, mit denen wir Verträge haben, stehen vor der EU-Zulassung. Dafür, dass im Herbst 2020 noch niemand sicher sagen konnte, welcher Impfstoff überhaupt Erfolg haben würde, steht die EU mit ihrer Auswahl der Impfstoffhersteller sehr gut da. Wenn alle Präparate die Zulassung schaffen, hat Europa für alle 450 Millionen Europäer und seine Nachbarschaft mehr als zwei Milliarden Impfstoffdosen zur Verfügung. Und darum geht es doch: Europa ist vernetzt und wir kommen am schnellsten gemeinsam aus dieser Krise. Daran hat auch Deutschland ein großes Interesse.

Unsere Website zum Thema:

https://ec.europa.eu/info/live-work-travel-eu/coronavirus-response/safe-covid-19-vaccines-europeans_de